Marktforschung belegt: Hervorragende Erfahrungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
Zwei von drei Personalverantwortlichen in Deutschland haben gute oder sehr gute Erfahrungen bei der Beschäftigung behinderter Menschen gemacht. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Puls Marktforschung GmbH hervor. Bisher gab es viele Vermutungen zu diesem Thema, aber keine Klarheit. Nun wissen wir es schwarz auf weiß: Die Erfahrungen von Unternehmen bei der Beschäftigung von Arbeitskräften mit Behinderung sind zu 65 Prozent gut oder sehr gut. Dr. Konrad Weßner von der Puls Marktforschung hat Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben in einer Umfrage thematisiert. Die Ergebnisse der Studie aus dem Herbst 2011 sind richtungsweisend. Als positive Erfahrungen gaben über die Hälfte der Personalverantwortlichen an, dass Menschen mit Handicap so leistungsfähig wie Nichtbehinderte seien. Geschätzt werden darüber hinaus Leistungswille und Motivation.
Unternehmen fördern Inklusion
Um aufzuzeigen, dass eine Reihe von Unternehmen die Inklusion bereits sehr aktiv fördern, führt das UnternehmsForum am 16. Februar bei Boehringer Ingelheim eine Fachtagung unter dem Motto "Inklusion - so geht's" durch. Dabei werden unter anderem auch gute Beispiele für die Beschäftigung behinderter Menschen aufgezeigt. "Fachkräfte werden in Deutschland zur Mangelware: Schon jetzt sind in vielen Branchen qualifizierte Arbeitskräfte nur schwer zu finden. Ab 2015 wird der Arbeitskräftemangel noch massiver. Es ist Zeit dafür, auch die Potenziale von Menschen mit Behinderung noch stärker als bisher zu erschließen. Das ist der Ansatz des UnternehmensForums, einem Zusammenschluss von Konzernen und mittelständischen Unternehmen", heißt es in der Ankündigung für die Fachtagung.
Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen - Aktionswoche der Agenturen für Arbeit im Dezember 2011
Auch schwerbehinderte Menschen profitieren vom Aufschwung am Arbeitsmarkt – wenn auch nicht ganz so stark wie die Arbeitslosen insgesamt. Das zeigt eine Kurzinformation zur Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen, die die Bundesagentur für Arbeit herausgegeben hat (vgl. Anhang). Die Agenturen für Arbeit haben Anfang Dezember 2011 eine Aktionswoche zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchgeführt.
"Die Zahl schwerbehinderter Menschen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dieser Trend wird sich infolge des demographischen Wandels aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Denn Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf – zumeist infolge einer im Lebensverlauf erworbenen Krankheit. Doch auch die Zahl der Beschäftigten schwerbehinderten Menschen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Infolge auslaufender vorruhestandsähnlicher Regelungen für ältere Arbeitslose steigt zwar die Zahl der älteren schwerbehinderten Arbeitslosen. In allen anderen Altersgruppen geht ihre Zahl aber deutlich zurück, ebenso wie das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial bei schwerbehinderten Menschen insgesamt", lautet die Prognose der Bundesagentur für Arbeit.
Quelle: kobinet-nachrichten vom 11.12.2011
Potenziale statt Defizite - Sichtweise auf behinderte Fachkräfte muss sich ändern!
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Die allgemein verbreitete Defizit-Sichtweise bei der Beschäftigung behinderter Fachkräfte muss abgeschafft und durch eine Potenzial-Sichtweise ersetzt werden. Dies war das Fazit einer gemeinsamen Fachtagung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und des British Council Deutschland am 8. Dezember 2011 in Berlin. Eine der Hauptreferentinnen des Fachgesprächs „Neue Wege in Zeiten des Fachkräftemangels – Die Initiative Job-Win-Win“ war Susan Scott-Parker (rechtes Foto). Sie ist die Gründerin und Geschäftsführerin des „Employers’ Forum on Disability“, einem britischen Arbeitgebernetzwerk, das bereits seit 1986 erfolgreich arbeitet und derzeit 400 Mitglieder umfasst.
Es muss sich rechnen: Bremer Studie zu Einstellungsgründen und Einstellungshemmnissen
Was motiviert Arbeitgeber, schwerbehinderte Menschen einzustellen? Und was hält sie davon ab? Eine Bremer Studie aus dem Januar 2011 liefert konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der regionalen Beschäftigungssituation.
Im Land Bremen kommen rund 34 Prozent der privaten Unternehmen ihrer Beschäftigungspflicht nach. Die Mehrheit beschäftigt hingegen keine oder weniger als fünf Prozent Schwerbehinderte Menschen. Damit liegt der Stadtstaat über dem bundesweiten Durchschnitt von 2008, wonach nur rund 20 Prozent der Privatwirtschaft die Quote erfüllen. Um die Beweggründe und Hemmnisse für die Einstellung schwerbehinderter Menschen auf regionaler Ebene näher zu untersuchen, hat das Integrationsamt beim Versorgungsamt Bremen das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) mit einer wissenschaftlichen Studie beauftragt.
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Richtlinie "Initiative Inklusion"
Richtlinie zur 'Initiative Inklusion'
Die Initiative Inklusion ist eine der bedeutensten Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.
Zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt werden mit der Initiative insgesamt 100 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds zusätzlich zu den bestehenden Regelleistungen für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben zur Verfügung gestellt. Im Rahmen von vier Handlungsfeldern werden folgende Zielgruppen zusätzlich gefördert
- schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler in den Vorabgangsklassen, die Berufsorientierung erhalten;
- Betriebe und Dienststellen, die neue Ausbildungsplätze für schwerbehinderte junge Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen;
- Betriebe und Dienststellen, die schwerbehinderte Arbeitslose und Arbeitsuchende, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, neu einstellen;
- sowie Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Landwirtschaftskammern, die Inklusions-Kompetenz aufbauen (dies wird nicht von der Richtlinie umfasst).
Das breite Spektrum der Regel- und Ermessensleistungen der Rehabilitationsträger/ der Träger der Arbeitsvermittlung zur beruflichen Rehabilitation (rd. 40 Milliarden Euro) bleibt unberührt. Jeweils zustehende Leistungen werden ggf. durch Leistungen der Initiative Inklusion ergänzt.
Die Richtlinie vom 9. September 2011 ist am 30. September 2011 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht worden (vgl. auch die Anlage).
Die Initiative Job-Win-Win: Ein neuer Ansatz für einen inklusiven Arbeitsmarkt
Job-Win-Win ist ein Projekt, das aus dem Ausgleichsfonds beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wird. Es soll mit einem neuen Ansatz die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verbessert werden. Vor allem die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sollen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen gewonnen werden. Das zentrale Element des Projekts ist die Bildung eines überregionalen Arbeitgeber-Netzwerks mit regionalen Untergruppierungen.
Die Mitglieder dieses Netzwerks sollen als ehrenamtliche MultiplikatorInnen auf der Peer-Ebene (= Mentorinnen und Mentoren) andere Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von dem (Mehr)Wert der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen überzeugen und ihnen die Ängste davor nehmen.
Sehen Sie sich dazu unsere Power-Point-Präsentation an, die Sie weiter unten aufrufen können.
Eine speziell gestaltete Anzeige
"Arbeitgeber (m/w) für anspruchsvolle Mentoren-Teilzeittätigkeit gesucht"
mit der wir Mentoren (m/w) suchen, wurde bereits entwickelt. Ebenso ein Curriculum für Schulungen von ArbeitgeberInnen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen


Finanziell gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales